Unternehmensfinanzierung und Energiewende
15. Dezember 2011 - „Unternehmensfinanzierung und Energiewende – Herausforderung an Bauwirtschaft und Banken“ – unter diesem Titel fand im Dezember der Mittelstandstag 2011 in Berlin statt. Organisiert vom Bundesverband deutscher Banken, dem Hauptverband der deutschen Bauindustrie sowie der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen (BVMB) nahmen rund 100 Teilnehmer an der speziell auf Themen der mittelständischen Bauunternehmen zugeschnittenen Veranstaltung teil.
Nach einem Abendessen am Vorabend mit einer Rede des Hauptgeschäftsführers und Mitglied des Vorstandes des Bankenverbands, Dr. Michael Kemmer, wurde der Mittelstandstag von Dr. Veit J. Walthelm, Vorsitzender des Mittelstandsausschusses des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, eröffnet. In seinem Grußwort ging der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und gleichzeitig Mittelstandsbeauftragter der Bundesregierung, Ernst Burgbacher, MdB, auf die Zukunftschancen des bauindustriellen Mittelstandes ein.
In den anschließenden vier Panels wurden die Themen „Unternehmensfinanzierung“ und „Energiewende“ in unterschiedlichen Facetten beleuchtet. In Panel 1 „Herausforderungen an die Unternehmensfinanzierung der mittelständischen Bauunternehmen“ – moderiert von Markus Becker-Melching (Bundesverband deutscher Banken) – erläuterten Patrick Schmitt (UniCredit Bank AG) und Klaus Gerhard Frick (National-Bank AG) die Finanzierungsentscheidung von Banken und die Auswirkungen von Basel III auf die Unternehmensfinanzierung.
Anschließend wurde – ebenfalls unter Moderation von Markus Becker-Melching – die „Finanzierung des Auslandsgeschäfts der mittelständischen Bauunternehmen“ erörtert. Thomas Echterhoff (Echterhoff Bau-Gruppe) und Josef Geiger (Wilhelm Geiger GmbH & Co. KG) berichteten von ihren Erfahrungen in Polen und Rumänien. Patrick Schmitt (UniCredit Bank AG) machte deutlich, dass erst ein effizientes Risikomanagement das Auslandsengagement erfolgversprechend gestalte.
In die Thematik „Energiewende“ führte Thorsten Bode, Präsident der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen, ein. Er hob hervor, dass die Energiewende große Chancen auch für Mittelständler, z. B. im Bereich Netzausbau, eröffne. Im Anschluss daran ging Andreas Jung, Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena), speziell auf die Chancen und Risiken der Energiewende aus technischer Sicht ein.
Welche Maßnahmen nötig sind, um Investitionen in die energetische Sanierung des Gebäudebestandes zu erleichtern, wurde anschließend in Panel 3, das Michael Knipper, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der deutschen Bauindustrie, moderierte, erörtert. Dierk Jennewein (Commerzbank AG) stellt dabei die Rolle der Bank bei der Durchleitung von KfW-Programmen zur Finanzierung von Energieeffizienzmaßnahmen dar.
Im anschließenden Panel 4 „Netzausbau“, das Norbert Scheffler (Bohlen & Doyen Bauunternehmung GmbH) moderierte, erläuterte Dr. Christoph Gehlen (Amprion GmbH) u. a. die Netzstruktur der elektrischen Stromversorgung sowie die bisher in Angriff genommenen Pilotprojekte. In der folgenden Podiumsdiskussion, an der Karl Jelinski (Leonhard Weiss GmbH & Co. KG) sowie Rainer Schulte-Göbel (Oldenburgische Landesbank AG) teilnahmen, wurde festgehalten, dass zunächst die rechtlichen Voraussetzungen für Netzleitungen geschaffen werden müssten.
Abgeschlossen wurde der Mittelstandstag durch Andreas Krautscheid, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes deutscher Banken. Er hob in seinem Schlusswort noch einmal die partnerschaftliche Beziehung zwischen den Unternehmen des bauindustriellen Mittelstandes und den privaten Banken hervor.
