Presse-Information

Bankenverband: Geplantes Beraterregister stoppen

Private Banken stellen Konzept für Umgang mit Kundenbeschwerden vor

 

1. November 2010 - „Wir brauchen kein datenschutzrechtlich zweifelhaftes Beraterregister und aufgeblähte Bürokratie“, kritisiert Dr. Hans-Joachim Massen­berg, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, heute in Berlin jüngste Pläne der Bundesregierung zum Anlegerschutzgesetz. Für die Kreditwirt­schaft sehe der Regierungsentwurf vor, mehr als 300.000 Bankmitarbeiter in einem bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) geführten Register zu erfassen. Zudem sollen die Institute verpflichtet werden, in einem aufwändigen Verfahren sämtliche Wertpapierkundenbeschwerden an die BaFin zu übermitteln.


Als Alternative schlägt der Bankenverband stattdessen vor, dass die Banken der BaFin in Zukunft regelmäßig Bericht erstatten über die vorliegenden Beschwerden. Massenberg betont darüber hinaus: „Offenkundig schwere Beratungsfehler oder auffällige Häufigkeiten bei Beschwerden werden wir in Zukunft der BaFin sofort direkt melden.“ Die Aufsicht sei dann in der Lage, auf die in den Banken vorhandenen Informationen zurückzugreifen, um die Fälle zu prüfen und gegebenenfalls Maßnahmen zu veranlassen. „Ein flächendeckendes Register brauchen wir dafür nicht, damit würde über das Ziel hinausgeschossen.“


Zudem kritisiert Massenberg, dass ausgerechnet der „Graue Kapitalmarkt“ in Zu­kunft nicht von der BaFin, sondern von den lokal zuständigen Gewerbeaufsichtsäm­tern überwacht werden soll. Das sei für den Bankenverband nicht nachvollziehbar. „Wir haben mit der BaFin eine qualifizierte Aufsicht für den Finanzmarkt in Deutsch­land. Diese sollte grundsätzlich für alle Finanzmarktakteure zuständig sein, um gleiche Wettbewerbsverhältnisse und Schutzstandards zu gewährleisten“, so Massenberg.


Der Bankenverband unterstütze die Ziele des Gesetzgebers, dass Bankmitarbeiter in der Beratung und im Vertrieb sachkundig und zuverlässig sind. Gerade die Qualität der Anlageberatung liege im ureigenen Interesse der privaten Banken. „Nur zufrie­dene Kunden bleiben Kunden, die Qualität der Anlageberater ist daher Grundlage für eine vertrauensvolle Beziehung des Kunden zu seiner Bank. Doch alle diese Ziele lassen sich mit weit weniger einschneidenden Mitteln als bislang vorgesehen errei­chen“, betont Massenberg.

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