defacto:

Auf ein Wort

Prof. Dr. Manfred Weber, Geschäftsführender Vorstand des Bankenverbandes

Prof. Dr. Manfred WeberDer Staat hat das Finanzsystem durch sein entschlossenes Handeln vor dem Kollaps bewahrt. Jetzt, da die Maßnahmen greifen und sich die Lage nach und nach stabilisiert, stellt sich die Frage, wann und wie die öffentliche Hand ihr Engagement zurückfahren sollte. Auch wenn sie bei der einen oder anderen Bank zur Zeit der bessere Eigentümer ist, der bessere Unternehmer ist sie nicht. Die Erfahrung lehrt, dass eine Volkswirtschaft dann am besten funktioniert, wenn der Staat den gesetzlichen Rahmen für wirtschaftliches Handeln setzt und dessen Einhaltung überwacht.

Mit anderen Worten: Das geordnete Zurücknehmen des direkten staatlichen Einflusses ist entscheidend für die Effizienz und Funktionalität des Finanzsektors. Denn dauerhafte Eingriffe haben meist zur Folge, dass Marktmechanismen außer Kraft gesetzt werden und ineffiziente Strukturen entstehen - zum Nachteil der gesamten Wirtschaft.

Exit-Strategien müssen beizeiten ins Auge gefasst werden - auch wenn der Ausstieg jetzt noch verfrüht wäre. Die Aufgabe wird noch komplexer, wenn man bedenkt, dass auch hier eine internationale Koordination geboten ist.

Die Politik hat in der akuten Krise gezeigt, dass sie handlungsfähig ist und schnell Entschlüsse fassen kann. Jetzt ist sie gefordert, den Weg in eine neue Normalität nach der Krise vorzubereiten.

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