21. Januar 2010 - „Obwohl Deutschland 2009 den größten Konjunktureinbruch der Nachkriegsgeschichte erlebte, sollte es als Jahr eines außerordentlichen wirtschaftspolitischen Stabilisierungserfolges in Erinnerung bleiben und nicht als Rezessionsjahr“, erklärt Prof. Dr. Manfred Weber, Geschäftsführender Vorstand des Bankenverbandes, bei der Vorstellung des aktuellen Konjunkturberichts.
Von der Stabilisierung zu einem neuerlichen Konjunkturaufschwung sei der Weg aber noch weit, so Weber weiter. Der Konjunktureinbruch sei überwiegend auf die deutsche Industrie beschränkt gewesen. Aufgrund der deutschen Wirtschaftsstruktur führe deshalb kein Weg daran vorbei, dass der Aufschwung ebenfalls von der Industrie und damit von der Exportnachfrage getragen werden müsse. Der Bankenverband sieht allerdings bei der Exportnachfrage noch keine durchschlagende Trendumkehr. Denn sowohl in Europa, als auch in den übrigen Industrieländern dürfte die Nachfrage nach Exportgütern aus Deutschland auf absehbare Zeit eher verhalten ausfallen. Weber: „Der weitere Konjunkturverlauf wird daher wohl eher einer Wellblechform ähneln –positive Entwicklungen wechseln sich mit Rückschlägen ab.“
Mit Blick auf die öffentlichen Haushalte mahnt Weber, dass Konjunkturprogramme und Stützungsmaßnahmen für die Finanzmärkte von den Bürgern – nicht zuletzt dank ihres großen Erfolges – zwar als richtig und notwendig erachtet worden seien. Die Deutschen erwarteten aber vollkommen zu Recht, dass die damit einhergehende Verschuldung in einem angemessenen Zeitrahmen auch wieder getilgt werde. Die Finanz- und Steuerpolitik dürfe diese Erwartung nicht enttäuschen, so Weber. Das Ziel einer raschen Haushaltskonsolidierung gebe deshalb den Rahmen des Handlungsspielraums vor, der für die Reform des deutschen Steuersystems bestehe.
Konjunkturbericht
Pressekontakt:
Bundesverband deutscher Banken
Presse und Kommunikation
Telefon (0 30) 16 63 - 12 01 / - 12 02
Telefax (0 30) 16 63 - 12 99
Pressestelle@bdb.de